Wasser: Gleichzeitig Lebensgrundlage und Gefahr

Veränderungen und Anforderungen in Zeiten des Klimawandels
Wasser ist Leben!
Wasser ist Leben!
Dieser kurze Satz beschreibt die existentielle Bedeutung, die Wasser für uns Menschen und für sämtliches Leben auf Erden hat. Ohne dieses kostbarste Gut gäbe es uns nicht. Und wir Menschen nutzen es ausgiebig, als Trinkwasser, als Brauchwasser, in der Landwirtschaft, für Tourismus und in der Freizeit, für Wasserkraft und, und …
Wir haben in unserer Region das große Glück, dass Wasser in guter Qualität für alle ausreichend zur Verfügung steht. Noch!
Klimawandel
Im Interesse unser aller und aller nachfolgenden Generationen gilt es, die Lebensgrundlage Wasser zu erhalten, sowohl in Menge als auch in Qualität. Wir müssen sorgfältig und sparsam damit umgehen.
Mit dem Klimawandel, der immer mehr für alle spürbar wird, steigt auch die Gefahr von Dürren und Wasserknappheit. Die Grundwasserneubildung nimmt ab, was sich an anhaltenden, niedrigen Grundwasserständen zeigt. Auch niedrige Seewasserspiegel und Niedrigwasserabflüsse in Bächen und Flüssen sind eine Folge des Klimawandels. All das mit gravierenden Auswirkungen auf Mensch, Landwirtschaft und Natur.
Veränderung der Niederschläge
Einhergehend mit Trockenheiten verursacht der Klimawandel die Zunahme von weiteren Extremereignissen: Starkniederschlägen, Überschwemmungen an Oberflächengewässern und Überschwemmungen durch wild abfließendes Oberflächenwasser. Wasser, das früher durch den sogenannten Landregen vom Himmel kam, wird zunehmend in kürzester Zeit ausgeschüttet und kann nicht mehr vom Boden aufgenommen und gespeichert werden. Es fließt schnell ab und landet im Schwarzen Meer, anstatt unser Grundwasserreservoir aufzufüllen. Ergänzt wird diese Entwicklung durch Bodenversiegelung und Bodenverdichtung.
Was ist notwendig?
Wir müssen dringend die Wasserrückhaltung und die Wasserspeicherfähigkeit sowohl in besiedelten Gebieten als auch in der unbebauten Landschaft verbessern. So viel Niederschlagswasser wie möglich soll in den Untergrund versickern, um später als Grundwasser zur Verfügung zu stehen. So wenig Niederschlagswasser wie möglich soll über Hänge, Geländemulden, Bäche und Flüsse abfließen, um Hochwässer und Überschwemmungen zu vermeiden.
Wie geht das?
Als erstes gilt es natürlich, den Klimawandel soweit es geht zu begrenzen. Wir alle können nach unseren Möglichkeiten und eigenem Ermessen dazu beitragen, denn jedes weitere Zehntel Grad Erwärmung verschlechtert die Situation noch.
Und jeder einzelne kann Wasser sparen, seine Zufahrten zum Grundstück nicht versiegeln, Zisternen auf dem Grundstück errichten, um mit dem gesammelten Wasser seinen Garten zu gießen, und vieles mehr. Meist banale Dinge und Selbstverständlichkeiten, die eh schon gemacht werden, oder, die … nur immer noch nicht umgesetzt sind.
Was kann die Gemeinde tun?
(nur einige Beispiele)
Die Gemeinde hat die Hoheit über die Bauleitplanung auf ihrem Gebiet: Der Bürgermeister und der Gemeinderat entscheiden letztendlich über die Erschließung und Gestaltung von Baugebieten. Und hier muss der Umgang mit Niederschlagswasser eine größere Rolle spielen. Der Leitfaden sollte die sogenannte Schwammstadt sein. Darin wirken Wasserrückhalt, Versickerung, Verdunstung und Kühlung als System zusammen.
Die Gemeinde baut und unterhält Straßen: Brauchen wir wirklich so breite Straßen und müssen wirklich alle „wasserdicht“ sein? Es gäbe auch Alternativen.
Die Gemeinde unterhält kleinere Gewässer 3. Ordnung: Naturnahe Verläufe und Strukturen (z. B. Mäander, Uferstreifen) verlangsamen den Wasserabfluss und tragen neben Rückhalt zusätzlich noch zum Artenschutz bei, Stichwort Gewässerentwicklungsplan.
Die Gemeinde ist Grundstückseigentümer: Versiegelte Flächen sollten, wo immer sinnvoll, entsiegelt werden. Und, es gibt immer wieder Gelegenheit für die Gemeinde, Grundstücke zu erwerben oder zu tauschen, die für die landwirtschaftliche Nutzung weniger wertvoll sind, aber für die Wasserrückhaltung und Versickerung einen wichtigen Beitrag liefern können.
Die Gemeinde kann sich an (über)regionalen Projekten beteiligen, die u. a. Wasserrückhalt und Landschaftswasserhaushalt zum Ziel haben, zum Beispiel am Aktionsprogramm Schwammregion des Bayerischen Landwirtschaftsministeriums.
Ausblick
Wir brauchen Wasser und wir müssen es schützen. Und wir müssen uns auch davor schützen.
Für den Umgang mit Wasser und all seinen Aspekten braucht’s noch mehr Bewusstsein und Rückhalt in Gesellschaft und Politik auf allen Ebenen. Wasserrückhaltung in der Fläche und Sicherung der Grundwasservorräte müssen bei allen unseren Entscheidungen „mitgedacht“ werden. Eine wichtige Daueraufgabe für den künftigen Gemeinderat.
