Zwei Frauen, ein Ziel: Familien in Obing stärken

Kerstin Plank und Ingrid Wimmer engagieren sich als Familienbeauftragte der Gemeinde Obing – und bringen ihre Erfahrung auch politisch in die Arbeit der PAO ein. Thomas Breu hat mit ihnen über ihre Motivation, Herausforderungen und Zukunftsideen gesprochen.

Familienpolitik beginnt vor der Haustür

Thomas Breu: Welche Aufgaben habt ihr als Familienbeauftragte?

Ingrid Wimmer: Es gibt keine festen Vorgaben von der Gemeinde. Wir orientieren uns am tatsächlichen Bedarf – also daran, was wir beobachten. Mein beruflicher Hintergrund hilft dabei, bei Kerstin ihre Erfahrung als Mutter schulpflichtiger Kinder.

Thomas Breu: Mit welchen Anliegen wenden sich Familien oder die Gemeinde an euch?

Kerstin Plank: Tatsächlich wird eher selten direkt etwas an uns herangetragen. Meist finden uns die Themen. Ein konkretes Beispiel die Obinger Spielplätze: Auf meine Initiative hin gab ein mit Vertreterinnen aller Gemeindefraktionen und den Frauen die sich für den Motorikpark und Pumptrack einsetzen eine gemeinsame Begehung der Spielplätze und ein gemeinsames Konzept, das dann dem Gemeinderat vorgestellt wurde.

Thomas Breu: Gibt es Projekte, auf die ihr besonders stolz seid?

Ingrid Wimmer: Ganz klar: auf die Wunschzettelaktion zu Weihnachten! Hier konnten wir seit Weihnachten 2022 vielen Menschen in den 3 Gemeinden helfen. Darunter auch viele Kinder. Kerstin Plank: Ja, absolut. Als ich vor 14 Jahren nach Obing kam, hätte ich nie gedacht, dass es hier tatsächlich Familien und Kinder gibt, die in Not sind. Es ist schön zu sehen, wie viele Menschen in Obing bereit sind, zu helfen.

Kinder, Jugendliche, Generationen – das Miteinander zählt

Thomas Breu: Wie steht es um die Angebote für junge Familien in Obing? Wo seht ihr Nachholbedarf?

Ingrid Wimmer: Mir liegt das Thema Motorikpark sehr am Herzen. Der sollte aber nicht nur ein Sportangebot sein, sondern ein Treffpunkt für Jung und Alt, ein Ort zum Begegnen und

Zusammenkommen.

Kerstin Plank: Für mich sind verlässliche Betreuungszeiten an der Grundschule ein großes Thema. Wenn Eltern erst kurzfristig erfahren, dass der Unterricht statt um 13 Uhr schon um 11:15 Uhr endet, ist das einfach schwer zu organisieren.

Thomas Breu: Wie gelingt die Zusammenarbeit zwischen Kindergarten, Schule, Vereinen und Gemeinde?

Ingrid Wimmer: Da sind wir in gutem Austausch. Besonders schön ist die Unterstützung bei unserer Wunschzettelaktion – etwa durch den FC-Bayern-Fanclub und die Dirndlschaft Albertaich. Das zeigt, wie sehr das Miteinander in Obing funktioniert.

(Kommunal-) Politik darf nicht an Familien vorbeigehen

Thomas Breu: Wie bringt ihr eure Erfahrungen aus der Familienarbeit in die politische Arbeit der PAO ein?

Ingrid Wimmer: Über die Gemeinderäte der PAO haben wir die Möglichkeit, unsere Themen direkt in den Gemeinderat einzubringen.

Kerstin Plank: Genau. Die PAO bietet uns eine soziale Plattform, um Familienanliegen sichtbar zu machen. Soziale Themen haben dort einen hohen Stellenwert – das war übrigens auch ein Grund, warum ich Mitglied geworden bin.

Und: Ich wünsche mir generell mehr Frauen im Gemeinderat!

Thomas Breu: Gibt es konkrete Projekte oder Ideen, die ihr mit der PAO in den nächsten Jahren umsetzen möchtet?

Ingrid Wimmer: Ja, zum Beispiel das Thema Gestaltung der Ortsdurchfahrt. Das klingt zunächst nicht nach Familienpolitik, betrifft Familien aber sehr wohl: sichere Übergänge für Kinder, Begegnungsmöglichkeiten, Verkehrssicherheit – all das gehört dazu. Hier werden wir darauf schauen, dass der erarbeitete Plan von Gemeinderat und Bürgern auch umgesetzt wird. Dazu gehört auch eine Querungshilfe vom Minigolf zum Kindergarten.

Kerstin Plank: In diesem Zusammenhang möchte ich das Thema „Haifischzähne“ ansprechen. Für mich war die Entscheidung gegen diese einfache und extrem kostengünstige Maßnahme ein Rückschritt. So werden auch in Zukunft die schwächsten Verkehrsteilnehmer, also Kinder, ältere Menschen zu Fuß oder auf dem Fahrrad benachteiligt.

Engagement mit Herz

Thomas Breu: Was motiviert euch persönlich, euch für Familien in Obing einzusetzen?

Ingrid Wimmer und Kerstin Plank: Ganz einfach: Es macht uns Freude, uns für und mit den Menschen in Obing zu engagieren. Diese Aufgabe passt einfach perfekt zu uns.

Thomas Breu: Wenn ihr einen Wunsch frei hättet – wie sähe das ideale Obing für Familien in zehn Jahren aus?

Ingrid Wimmer und Kerstin Plank: Wir wünschen uns, dass es im Ort genügend Orte gibt, an denen sich die Generationen begegnen und austauschen können.

Thomas Breu: Möchtet ihr unseren Leserinnen und Lesern zum Schluss noch etwas mit auf den Weg geben?

Ingrid Wimmer und Kerstin Plank: Ja! Informiert uns, bezieht uns ein, sagt uns, wo euch der Schuh drückt – und wo wir euch unterstützen können. Wir freuen uns darauf!